Gewaltprävention
"Die Kinder lernen, die Opferrolle dauerhaft zu verlassen und werden dadurch weder Opfer noch Täter von Gewalttaten".
Geh nie mit einem Fremden mit - Rollenspiele machen Kinder stark!
Unter diesem Motto veranstaltete Frau Blume von der Volkshochschule Hollfeld in Kooperation mit der örtlichen Grundschule zwei Gewaltpräventionskurse für Kinder der Klassen 1 + 2 und 3 +4. Wie schon 2011, waren auch dieses Jahr die Kurse wieder gut besucht.
Mitte Februar findet ein derartiger Kurs auch an der Gesamtschule Hollfeld für die Klassen 5 bis 7 statt.
Vermittelt wurden die Inhalte von Rainer Frank von den Fachschulen für Gewaltprävention in Oberfranken/Mittelfranken/Oberpfalz aus Bayreuth.
Die Jungen und Mädchen lernten an den Nachmittagen, was zu tun ist, wenn dich ein Fremder nach dem Weg fragt? Wie verhältst du dich, wenn du auf dem Pausenhof einen Streit beobachtest? Im Laufe des Kurses bekamen die Kinder all diese Fragen beantwortet.
Selbstbewusstsein schulen
Sicherheit will gelernt sein, dazu gehört Selbstbewusstsein und das Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten. Im ersten Teil wurde die Konfliktbewältigung von Kindern untereinander geübt:
Die Schüler lernen auf ihre Intuition zu vertrauen und entwickeln ein natürliches Frühwarnsystem für bedrohliche Situationen aller Art. Der gezielte Einsatz von Psychologie, Körpersprache und rhetorischen Mitteln eröffnet die Möglichkeit, Streit zu verhindern. Durch ein gesteigertes Selbstbewusstsein verlassen die Schüler eine mögliche Opferrolle und erlangen mehr Sicherheit und Durchsetzungsvermögen.
Für den Fall, dass sich ein Aggressor trotzdem nicht von seinem Vorhaben abbringen lässt, erlernten die Kinder einfache aber sehr effektive Verteidigungselemente.
Die Kinder erleben im Schulalltag und im Privaten mehr persönliche Freiheit durch die Gewissheit: Sie können sich verteidigen! Wer sich selbst verteidigen kann, hat auch das Selbstbewusstsein und den Mut anderen beizustehen.
Ernst der Lage erkennen
Im zweiten Teil des Kurses wurde dann das richtige Verhalten und die Entwicklung eines natürlichen Gefahren-Frühwarnsystems im Umgang mit fremden Erwachsenen erklärt und geübt. Leider kann zu diesem Thema allzu oft ein aktueller Bezug hergestellt werden. Deshalb ist es besonders wichtig, dass schon die ganz Kleinen lernen, sich in gefährlichen Situationen bestmöglich zu verhalten und diese schon frühzeitig zu erkennen, um erst gar nicht hineinzugeraten.
Anhand einer Bildergeschichte wurde vorab erst einmal erklärt, wer denn wirklich als ein "Fremder" zu bezeichnen ist.
Übungen zum Bauchgefühl bildeten genauso wie Rollenspiele zum Nein-Sagen das Fundament.
Was mache ich, wenn plötzlich ein Fahrzeug neben mir herfährt und ich angesprochen werde? Wohin flüchte ich immer zuerst und wohin auf keinen Fall? Was rufe ich und wie erreiche ich, dass mir von Passanten auch wirklich geholfen wird? Und warum sollte ich nie jemanden folgen, der mir Hundewelpen oder Pokemon-Karten verspricht?
Am Ende des 2,5 stündigen Kurses wurde den Kindern, die begeistert und mit großem Eifer bei der Sache waren, noch erklärt, dass Selbstbewusstsein auf jede erdenkliche Lebenssituation übertragbar ist und damit vieles einfacher macht. Denn nichts ist schwerer, als brenzligen Situationen hilflos gegenüberzustehen.
R. Frank